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Berlin Partner/ FritschFoto

Die Berliner Luft soll sauberer werden – Smart Mobility-Projekt STREETLIFE startet Pilotierung

News vom 14. Okt. 2014

Verkehrsbedingte Umweltbelastungen in Großstädten reduzieren – das ist ein Kernziel des EU-Projekts STREETLIFE. Welche Lösungen die Wissenschaftler und Praktiker des Europäischen Projektkonsortiums nun im Pilotbetrieb erproben, erfahren Sie in einem Vortrag von Fraunhofer FOKUS auf der Tagung „Mobilitätsmanagement von Morgen“.

In Berlin kann die Wohnlage ein echtes Gesundheitsrisiko sein. Das zeigt der aktuelle „Atlas der Umweltgerechtigkeit“ des Berliner Senats. Gesundheitsrisiken wie starke Luftverschmutzung oder Lärm betreffen gerade einkommensschwächere Wohnlagen sowie die Innenstadtbezirke. Moderne Großstädte setzen daher immer mehr auf die Steuerung des Verkehrs entlang ökologischer Kriterien. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Multimodalität, also die Integration unterschiedlicher Transportmittel, wie die ebenfalls vom Land beauftragte Studie „Klimaneutrales Berlin 2050“ betont.

Das Smart-City-Projekt „STREETLIFE“ ist ein erster Schritt zur Verbesserung von Multimodalität in Berlin. Gefördert von der EU entwickeln 12 europäische Partner unter Leitung von Fraunhofer FOKUS die Architektur für ein klimafreundliches urbanes Mobilitätsmanagement. Echtzeitdaten aus unterschiedlichen Quellen (Verkehrs-, Umwelt-, Veranstaltungsdaten u.v.m.) werden integriert und in einem Control Panel für Verkehrsmanagement-Zentralen aufbereitet. So sollen umweltfreundliche Transportmittel wie Fahrrad, öffentlicher Verkehr und das Zu-Fuß-Gehen gezielt und bedarfsgerecht gefördert werden. Auch der Öffentlichkeit werden die Daten zugänglich gemacht, bspw. durch multimodale Routenplaner-Apps. Sie geben u.a. die CO₂-Emission der gewählten Verkehrsmittel an und führen die Verkehrsteilnehmer somit nicht nur schnell und bequem, sondern auch klimafreundlich an ihr Ziel. Darüber hinaus setzt STRETTLIFE auf positive Anreize wie Prämien und Social-Network-Komponenten, um die Berliner und Bürger der anderen beteiligten Partnerstädte zu klimafreundlicher Mobilität zu animieren.

Für die nun startende Pilotierung wurde die STREETLIFE-Architektur in drei europäischen Pilotstädten implementiert. Ab Ende Oktober soll ihre Wirksamkeit erprobt werden. Neben Berlin sind auch Tampere in Finnland sowie das italienische Rovereto vertreten. Bis September 2016 sollen die Auswirkungen auf die städtischen CO₂-Haushalte konkret gemessen und evaluiert werden. Dabei werden Experten aus Verwaltung, Forschung und Industrie als Sachverständige mit einbezogen.

Eine erste Version des Control Panels und der Routenplaner-Apps sowie die Blueprint-Architektur präsentiert Lena Farid, Smart City-Forscherin am Fraunhofer-Institut FOKUS, am Mittwoch, dem 15. Oktober auf der 5. Tagung „Mobilitätsmanagement von Morgen – Auf dem Weg zur emissionsarmen Mobilität“. Die Tagung ist öffentlich und wird veranstaltet von „Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie“ und dem „Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)“ im Rahmen des „Clusters Verkehr, Mobilität und Logistik Berlin-Brandenburg“. Sie findet im Grenander Haus, Rosa-Luxemburg-Straße 2, 10178 Berlin statt.