Agenda 8. Dezember 2014

9:30 Uhr Registrierung

10:00 Uhr

Eröffnung und Begrüßung

Prof. Dr. Manfred Hauswirth, Institutsleitung Fraunhofer-FOKUS

Das Fraunhofer-Institut FOKUS in Berlin entwickelt als neutrale Forschungseinrichtung Lösungen für die Städte und Kommunikationssysteme der Zukunft. An der informationstechnischen Schnittstelle von energieeffizienten Gebäuden und dezentralen Energiesystemen sieht FOKUS sich in der wichtigen Rolle, Interoperabilität, die Offenheit von Standards und die Einhaltung von Sicherheitsaspekten zu fördern, erfasste Daten zu übertragen und nutzbringend zu verarbeiten sowie dies durch entsprechende F&E-Projekte zu begleiten.

Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung beim Aufbau und der Entwicklung wichtiger IuK-Technologien, wird das Institut bei der immer stärkeren Durchdringung des Energie- und Gebäudesektors mit modernen IT-Lösungen eine Schlüsselrolle spielen.

Der neu berufene Institutsleiter Prof. Dr. Manfred Hauswirth wird in seinem Eröffnungsvortrag sich und das Institut mit seinen Kernkompetenzen kurz vorstellen und noch einmal die Wichtigkeit dieser Aspekte betonen.

10:15 Uhr

Wie werden Gebäude wirklich smart?

Jan Frederik Harksen, Kompetenzzentrum IT4Energy, FOKUS

Einführender Beitrag

Smart Home, Smart Living, Smart Energy - Wie smart sind die derzeitigen Lösungen tatsächlich?

Der Vortrag thematisiert derzeitige Markttreiber und Herausforderungen auf dem Weg zum Volumenmarkt. Zeitgleich werden aktuelle Entwicklungen im Bereich intelligenter Energieversorgungssysteme betrachtet und zukünftige Szenarien anschaulich dargestellt.

Überwachung und Optimierung von Wärmeerzeugungsanlagen

Volker Ries, degewo AG

Wärmeerzeugungsanlagen, speziell in Verbindung mit erneuerbaren Energien und KWK, erfordern zunehmend die ständige Kontrolle und Optimierung. Seit 13 Jahren überwacht die degewo mit Hilfe von Fernwirktechnik ihre Wärmeerzeugungsanlagen in Verbindung mit Solarthermie. Seit diesem Jahr geht degewo einen Schritt weiter, nunmehr werden auch Hausanschlussstationen von Fernwärmeanlagen und Kesselanlagen mit Leittechnik ausgerüstet. Ziel ist es langfristig sämtliche Zentralheizungen aufzuschalten. Voraussetzung ist dabei, dass eine einheitliche Gebäudeleittechnik im Unternehmen zur Anwendung kommt. Auf welche Probleme stößt man? Was kostet das? Was hat man davon? Diese Fragen sollen an dem Projekt von degewo beantwortet werden.

11:15 Uhr Kaffeepause

11:30 Uhr 

Energienetze der Zukunft – Integration der Gebäudewirtschaft in intelligente Messsysteme

Manuel Schmidt, WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG

Unter dem Arbeitstitel "Messsystem 2020" wird in den kommenden Jahren ein Smart Meter Roll-Out vollzogen werden. Dieser stellt die aktuelle Energielandschaft auf den Kopf. Neben den intelligenten Zählern werden auch die sogenannten Smart Meter Gateways und Steuerboxen zum Einsatz kommen. Neben den reinen Messaufwendungen wird das Gesamtsystem Steueraufgaben übernehmen müssen, welche sich auf die EEG-Regelung von Energieerzeugern und das Lastmanagement von verschiedensten Verbrauchern beziehen.

Das Thema greift auf, wie aktuelle Steuerungstechnik am Smart Meter Gateway betrieben werden kann, um auch heute den Anwendern, zur Integration der Gebäudewirtschaft in intelligente Messsysteme, bereits eine Lösung bieten zu können.

Smart Meter Gateway - Entwicklung und Chancen

Armin Lunkeit, OpenLimit SignCubes AG

In dem Beitrag werden aktuelle Aspekte aus der Entwicklung und Pilotierung eines Smart Meter Gateways vorgestellt. Die Anforderungen der Energiewirtschaft werden mit den Schutzanforderungen abgeglichen und die Rolle des SMGW als zentrale Kommunikationseinheit wird an Hand von Beispielszenarien vorgestellt.

Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Kommunikation des Smart Meter Gateways mit weiteren Marktteilnehmern gelegt. Abschließend werden Feldtestszenarien und erste Erfahrungen aus den Feldtests erläutert.

Sicherheitsaspekte und Backend-Systeme beim Smart Metering

Torsten Grabow, Atos IT Solutions and Services GmbH

Welche Sicherheitsstandards sind einzuhalten? Wie wird eine zukünftige Smart Meter Landschaft aussehen? Welche Auswirkungen hat das Smart Metering auf die Prozesse? Welche Rahmenbedingungen gilt es zu berücksichtigen? Welche Handlungsfelder ergeben sich für die Energieversorgungsunternehmen? Die Herausforderung: Vom Energieversorgungsunternehmen zum Energiedienstleister. Diese und weitere Aspekte werden in dem Vortrag übermittelt.

13:00 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr

3E-Mehrfamilienhaus: Eigenerzeugung, Eigenverbrauch, Elektromobilität

Claus Sprave, LichtBlick SE

In dem Beitrag wird aufgezeigt, welche Rolle Gebäude in der Energiewelt der Zukunft einnehmen werden. Sie werden geprägt sein durch die Kombination dezentraler Erzeuger und Speicher für Strom und Wärme und vielfältige Verbraucher, wobei Elektrofahrzeuge eine besondere Position haben werden.

Es wird erläutert, wie diese Technologien zur Optimierung des Eigenverbrauchs durch eine intelligente Verknüpfung eingesetzt werden können, und welche Vorzüge sich für die Bewohner solcher Gebäude ergeben. In dem Projekt "3E-Mehrfamilienhaus" wird die Umsetzung und praktische Erprobung dieses Ansatzes an mehreren Mehrfamilienhäusern in der Praxis aufgezeigt.

Einbindung von Batteriespeichern in die häusliche Energieversorgung

Christian Mayr, Sonnenbatterie GmbH

Batteriespeicher können es im häuslichen Umfeld dem Betreiber auf komfortable Weise ermöglichen, die Eigenversorgung aus seiner PV-Anlage signifikant zu erhöhen. Daneben wird dem Speicher als zentrales Ausgleichselement für die Differenzen zwischen Erzeugung und Verbrauch eine Schlüsselrolle im Haushalt zuteil: durch adaptive Leitungsprognosen in Kombination mit einer intelligent vernetzten Peripherie erwirtschaftet der Batteriespeicher zusätzlichen Mehrwert.

Visualisierung von Wärme- und Stromverbrauch in Vorbereitung auf die ISO 50 001

Burkhard Dittmann, PHOENIX CONTACT Deutschland GmbH

Die veränderte Energie-Landschaft mit Dezentralen Energieerzeugungs-Anlagen (DER), wie Micro-BHKW's oder Aufdach-Solar-Anlagen führt zu erhöhten Kommunikationsaufwendungen im Bereich der Steuerung und Regelung und erzwingt letztendlich eine verteilte Intelligenz im Netz. Damit kommen Nutzer immer mehr in Berührung mit Steuerungstechnik, die gewisse technische Kenntnisse erfordert. Phoenix Contact hat sich zum Ziel gesetzt, die Beherrschbarkeit dieser komplexen Systeme für Nutzer soweit zu vereinfachen, dass ein problemloser Umgang mit der Technologie ermöglicht wird. Dabei stützt man sich auf bekannte und akzeptierte IT-Werkzeuge, wie Mobilfunk, Browser und Portale. Der Vortrag beschreibt exemplarisch eine realisierte Lösung zur Schaffung von Energiedaten-Transparenz auf Basis Daten-Logger Box zur energetischen Optimierung und Effizienzsteigerung im Bereich von Liegenschaften.

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr

Technologische Innovationen in der Gebäudeleittechnik

Jürgen Maaß, Kieback&Peter GmbH & Co. KG

Es wird erläutert, mit welcher Motivation sich Kieback&Peter an dem von ITEA geförderten europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Buiding as a Service“ beteiligt und welche Interessen und Ziele das Unternehmen dabei verfolgt. Anschließend wird beschrieben, welche Anforderungen die Gebäudeautomation zukünftig erfüllen muss, um weiterhin technisch innovativ zu sein. In diesem Kontext wird auch erörtert, welche Mehrwertdienste zukünftig erforderlich sein werden, damit Gebäude noch stärker zu ganzheitlichen nachhaltigen und kundenzentrierten Dienstleistungszentren für ihre Bewohner und Nutzer werden.

Building as a Service – BaaS – Vorstellung des Projekts

Dr. Norbert Vicari, Siemens AG

Heutige kommerzielle Gebäude sind mit umfassender Gebäudetechnik ausgestattet, welche durch heterogene Informationssysteme überwacht, gesteuert und verwaltet wird. Mit dem wachsenden Stellenwert übergeordneter Ziele, wie z.B. Optimierung des Gesamtenergiebedarfs, vorbeugende und aufeinander abgestimmte Wartungsmaßnahmen, multifunktionelle Nutzung und Vermietung, schnelles Notfall- und Räumungsmanagement, werden domänenübergreifende Funktionen benötigt, welche derzeit nur mit hohem Aufwand und Einzelfall-spezifisch implementiert werden können. Das Projekt BaaS entwickelt vor diesem Hintergrund eine offene Referenzarchitektur und eine generische Dienste-Plattform für die Gesamtheit der Gebäudeverwaltung und Gebäudetechnik kommerzieller Gebäude. Sie wird die flexible und dynamische Realisierung neuartiger Dienste sowie die weitgehend automatisierte Einbindung vorhandener Teilsysteme (Legacy Integration) in einer kosteneffizienten Weise ermöglichen. Trotz der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Systems sollen Zuverlässigkeit, Funktionssicherheit, Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet werden.

Serviceorientierte Architekturen in BaaS

Marc-Oliver Pahl, Technische Universität München

Die fortwährende Vernetzung von vormals getrennten Systemen wie beispielsweise Klimatisierungs- und Unterhaltungssystemen schafft neue Möglichkeiten, bringt aber auch neue Herausforderungen. Eine große Herausforderung ist die entstehende Komplexität. Aus Sicht von Anwendungsprogrammierern ist die Integration heterogener Systeme in gemeinsame Arbeitsabläufe heutzutage sehr komplex.

Aus der Psychologie wissen wir, dass Menschen komplexe Aufgaben in kleinere Teilaufgaben zerlegen und diese dann erledigen. Auf Software übertragen nennt sich solch eine Architektur Service-Orientierte Architektur (SOA).
Im Building as a Service (BaaS) Projekt schaffen wir eine Referenzarchitektur, die es ermöglicht, komplexe Aufgaben auf mehrere Dienste zu verteilen. Die Kopplung von eigenständigen Diensten vereinfacht die Erstellung komplexer Dienste. Sie erlaubt so genannte Mash-ups. Um einen Dienst zu erstellen, der die Klimaanlage passend runter regelt, die Beleuchtung anpasst, und den Projektor steuert, reicht es nun, die entsprechenden Dienste anzusteuern. Es ist nicht mehr notwendig, die gesamten Abläufe in eine monolithische Software zu implementieren. Eine Service-Orientierte Architektur für Smart Space Dienste verringert die Komplexität der Softwareerstellung signifikant.

17:00 Uhr Get-Together