FOKUS, Kanzleramt, Girlsday
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und CC-Leiter Dr. Ilja Radusch feuern die Mädchen beim Girls'Day an D21

Laser your Way: Fraunhofer FOKUS stellt Kanzlerin Merkel und Schülerinnen die »Augen« eines hochautomatisierten Autos vor

Meldung vom Mi., 22. April 2015

72,8 Prozent der Frauen in Deutschland besaßen 2014 einen Führerschein. Und immer mehr Frauen verfügen über ein eigenes Auto: In den letzten 30 Jahren stieg der Anteil der Frauen, auf die ein Auto zugelassen ist, von 18,5 auf 33 Prozent. Blickt man hingegen in die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Automobilindustrie, arbeiten dort vor allem Männer. Ein Grund: Wenn Frauen Ingenieurinnen werden, dann meist nicht im Bereich Maschinen- und Fahrzeugbau. 2011 waren nur 10.600 Frauen im Maschinen- und Fahrzeugbau beschäftigt, gegenüber 146.700 Männern.¹ Um mehr junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern, zeigte Fraunhofer FOKUS Schülerinnen zum Girls'Day-Auftakt im Bundeskanzleramt, wie spannend die Forschung am Auto der Zukunft ist.

Fraunhofer FOKUS beteiligte sich heute am Technikparcours zum Girls'Day-Auftakt im Bundeskanzleramt. Auch in diesem Jahr wurde der Parcours von der Initiative D21 organisiert. Die eingeladenen Schülerinnen konnten an der Forschungsstation des Fraunhofer IuK-Verbundes spielerisch erleben, wie Fahrzeugcomputer mit Hilfe von Laserstrahlen ihre Umgebung wahrnehmen. Die Forscherinnen und Forscher von FOKUS haben dafür in Kooperation mit der TU Berlin und dem DCAITI (Daimler Center for Automotive Information Technology Innovations) ein Simulationsmodell eines vollautomatisierten Fahrzeugs entwickelt. Die Aufgabe für die Mädchen war es, ein virtuelles Elektrofahrzeug per Lenkrad und Gaspedal vom Eingang des Parkhauses bis zu seinem Ladeplatz zu navigieren. Der Clou: Die Mädchen sahen dabei – wie auch der Computer im vollautomatisierten Fahrzeug – keine Wände, sondern nur die Punktreflektionen der Laserstrahlen. Trotzdem sollten sie so schnell wie möglich den Weg zum Ladeplatz finden, ohne dabei in eine Säule oder gegen die Wand zu fahren. 

Experten gehen davon aus, dass bis 2020 die ersten hochautomatisierten Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein werden. Sie fahren weitestgehend selbstständig und sind dafür mit Sensoren, Kameras und Laserscannern ausgestattet, die anonymisiert Daten über Fahrverhalten, Streckennetze und ihre Umgebung sammeln. Als größtes und beweglichstes Objekt im Internet der Dinge tauscht das vernetzte Auto Informationen mit Verkehrsschildern, anderen Fahrzeugen, Leitzentralen oder Ampelschaltungen aus und stimmt darauf Geschwindigkeit und Verkehrsroute ab. Der Forschungsschwerpunkt von Fraunhofer FOKUS liegt dabei in der Erfassung und Auswertung von (Fahrzeug-)Daten für hochgenaue, dynamische Karten sowie zur Lokalisierung mit Laserscannern. 

Neben der Ausstellung im Bundeskanzleramt lädt Fraunhofer FOKUS eine Gruppe von Schülerinnen am 23. April in das Institut in Berlin-Charlottenburg ein. Unter dem Motto „Lass Roboter tanzen“ werden 16 Schülerinnen einen Roboter bauen sowie programmieren und mehr über den Arbeitsalltag der FOKUS-Forscherinnen erfahren.

Fraunhofer FOKUS stellt darüber hinaus Schülerinnen und Schülern regelmäßig seine Forschungsprojekte vor und kooperiert dafür auch mit Schulen.