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DPS, Events, Öfit, Konferenz, Algorithmen
j.tarbell/ complexification.net

ÖFIT-Konferenz 2017 »Algorithmen und Automatisierung«

News vom 24. Nov. 2017

Viel diskutieren konnten bei der ersten ÖFIT-Konferenz nicht nur die Podiumsdiskutanten aus Wissenschaft, Verwaltung, Gesellschaft und Politik. Das Thema »Algorithmen und Automatisierung« hat mit über 130 Teilnehmenden vor Ort und über 200 Usern im Live-Stream auf heise.de auch die breite Öffentlichkeit erreicht.

Welche Chancen Algorithmen bieten und welche Risiken zu bedenken sind, wurde in drei Themenkomplexen genauer analysiert. Die Referenten des ersten Themenkomplexes beschäftigten sich mit dem Bedarf, dem Nutzen und der Integration von algorithmischen Entscheidungssystemen in Politik und öffentlicher Verwaltung. Welchen Mehrwert können Daten und Algorithmen in den politisch-administrativen Prozess bringen? Fallbeispiele gibt es genug, die zeigen, dass Prozesse nicht immer vollautomatisiert sein müssen. Vielfach ist eine Teilautomatisierung sogar die bessere Lösung.

Anschließend wurde diskutiert welche Folgen der vermehrte Einsatz von algorithmischen Bewertungssystemen in unterschiedlichen Alltagskontexten für Individuum und Gesellschaft haben können. Wenn auf der Grundlage von historischen Daten zukünftiges Verhalten vorhergesagt und Menschen und Gruppen bewertet und kategorisiert werden, können entsprechende Systeme soziale Ungleichheit reproduzieren und Diskriminierung festigen. Die Expertinnen waren sich einig, dass Betroffene darüber aufgeklärt werden sollten, wenn sie von automatisierten Systemen bewertet werden. Ihnen muss die Möglichkeit eingeräumt werden, Entscheidungen anfechten und anpassen zu können.

Die Nutzung von Algorithmen im Bereich der Medien und Öffentlichkeit wurde im dritten Themenbereich diskutiert. Schlagworte wie »Filterblasen« und »Echokammern« lassen erkennen, dass das Problem schon längst bekannt ist. Das automatisierte Kuratieren von Informationen und Medieninhalten stellt Prinzipien wie Vielfalt und Ausgewogenheit bei (politischen) Meinungsbildungsprozessen in Frage. Experten fordern einen sicheren Rechtsrahmen und geeignete Instrumente um algorithmische Prozesse, besonders in sozialen Medien, zu hinterfragen und zu verändern.

Auch wenn Chancen und Potenziale von Automatisierung und Algorithmen nur in Ausschnitten diskutiert werden konnten, wurde auf der Konferenz vielfach deutlich, dass der Staat und die öffentliche Hand gemeinsam dazu beitragen müssen einen gesellschaftlichen Nutzen zu schaffen.

Die Konferenz war auch auf Twitter erfolgreich. In den sozialen Medien lagen wir im deutschlandweiten Twitter Trend mit #ÖFIT2017 auf Platz zwei. Die Tweets können Sie hier nachlesen: https://twitter.com/#öfit2017.

Wer sich die Videos zu den Vorträgen und Podiumsdiskussionen noch einmal ansehen möchte, findet diese auf der ÖFIT-Webseite und auf dem FOKUS YouTube-Kanal.