ELAN Event Konferenz IT-Konsolidierung 2015-10-01
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IT-Konsolidierung richtig gemacht

News vom 07. Okt. 2015

Knapp 180 Konferenz-Teilnehmer machten deutlich, dass die Konsolidierung der deutschen Verwaltungs-IT hohe Priorität genießt. Wie eine IT-Konsolidierung erfolgreich umgesetzt werden kann und welche Herausforderungen dabei bestehen, erläuterten Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft am 1. Oktober 2015 bei Fraunhofer FOKUS.

Der Wettbewerb um die knappen Fachkräfte steigt. Und gerade die öffentliche Hand kann bei den Löhnen oft nicht mithalten. Gleichzeitig treibt die Verstädterung gerade im ländlicheren Raum die Kosten für die Verwaltung in die Höhe. Steuereinnahmen sinken, doch die Kosten für das Angebot der Verwaltungsleistungen bleiben. Gerade Wartung und Personal sind Kostentreiber. Misslich ist die Lage überall dort, wo die Kassen ohnehin klamm sind.

Vor diesem Hintergrund diskutierten am 1. Oktober im Berliner Fraunhofer-Institut FOKUS Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft auf Einladung von Fraunhofer, BearingPoint, Cassini Consulting und Partnerschaften Deutschland, wie „IT-Konsolidierung in der öffentlichen Verwaltung“ einen Beitrag zur Lösung dieser Herausforderungen leisten kann.

Den Auftakt dazu machte der MdB Dr. Reinhard Brandl, Mitglied im Haushalts- und Verteidigungsausschuss und Konsolidierungsexperte, der gerade auf die haushalterische Notwendigkeit im Bund verwies. Daran anschließend stellte Horst Flätgen, Projektleiter der Rechenzentrums-Konsolidierung im Bund, in einer zweiten Keynote die aktuellen Entwicklungen dar. Doch auch Konsolidierungsprojekte in den Ländern, Kommunen und der Wirtschaft, die hier oft flexibler reagiert, sollten nicht zu kurz kommen. So wurden in teils parallelen Sessions Erfahrungen aus insgesamt 10 erfolgreichen Konsolidierungsvorhaben vorgestellt. Eine Podiumsdiskussion, moderiert von Carsten Köppl, rundete den Tag ab.

Thematisiert wurden dabei sowohl organisatorische Konsolidierungsmaßnahmen, beispielsweise die zentrale Beschaffung, wie auch Fragen aus den Bereichen der Anwendungs- und Infrastrukturkonsolidierung, wie etwa die Zusammenlegung oder stärkere Vernetzung von Rechenzentren. Fast alle Referenten waren sich einig, dass es nötig sei, vermehrt auf Standardkomponenten zu setzen und den Anteil von institutions-, fach-, oder domänenspezifischer IT zu verringern, um ernsthafte Skaleneffekte zu erreichen. Hierbei müssen unbedingt die Mitbestimmungsgremien früh eingebunden werden, da die Akzeptanz bei allen Stakeholdern ein wichtiger Schlüssel zum Gelingen eines Projekts sind.

Dass „IT-Konsolidierung machbar“ ist, um es mit Dr. Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender Dataport, zu sagen, zeigte der Tag deutlich. Außerdem ist sie, wie Horst Flätgen ausdrücklich betonte, trotz aller tagespolitischen Herausforderung weit oben auf der politischen Agenda.


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