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Neue Studie zur digitalen Vernetzung von FOKUS und Partnern veröffentlicht

News vom 01. Aug. 2016

Hierarchische Strukturen, wie sie für Organisationen des Industriezeitalters kennzeichnend waren, werden heute im Zuge der Digitalisierung durch neue netzwerkartige Strukturen abgelöst. In der aktuellen Studie „Digitale Vernetzung von Staat mit Wirtschaft und Gesellschaft – Akteursorientierte Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung“ haben Fraunhofer FOKUS und Partner mit Unterstützung des ISPRAT e.V. diese Veränderungsprozesse aufgegriffen, und Handlungsleitlinien für den öffentlichen Sektor abgeleitet.

Die Studie soll dazu beitragen, das Innovationspotential der Digitalisierung besser nutzbar zu machen, und zwar direkt in den Routine- und Arbeitsprozessen der unterschiedlichen Akteursgruppen. Zu den befragten Akteuren gehören Vertreter diverser Managementebenen, die in ihrer Funktion von der Entscheidungsfindung bis zu deren Umsetzung unterschiedliche Kompetenzbereiche abdecken. Voraussetzung dafür war zunächst die Analyse dieser Einzelgruppen, da sich erst hierdurch die vielfältigen Chancen und Risiken der vernetzten Verwaltung erschließen lassen. In Workshops und Interviews mit relevanten Akteursgruppen der deutschen und österreichischen Politik und Verwaltung wurde untersucht, wie deren Handeln und Entscheidungen potenziell von einer vernetzten, digitalen Gesellschaft beeinflusst werden. Zudem wurde eine repräsentative Umfrage zur Erwartungshaltung der Bürger durchgeführt.

Die Untersuchung kommt zu dem zentralen Schluss, dass die Adaption der neuen Logik der digitalen Netzwerkgesellschaft für den öffentlichen Sektor nur erfolgreich sein kann, wenn sie von allen Akteuren im politisch-administrativen System getragen und durchgeführt wird. Darauf aufbauend und basierend auf den Ergebnissen der Akteursbefragungen wurden zunächst Entwurfsempfehlungen formuliert. Diese wurden anschließend in einem konkreten Anwendungsszenario – dem Antrags- und Genehmigungsverfahren im Großraum- und Schwerlasttransport (GST) – erprobt. In dem Szenario „Informations- und Datenökosystem GST“ geht es vor allem darum, die Potentiale der Digitalisierung, Vernetzung und vor allem Nutzung vorhandener dezentraler Daten darzustellen und nach heutigem Stand der Technik voll auszuschöpfen. Dabei zeigte sich, dass eine Vielzahl an Voraussetzungen zu erfüllen ist, um das Antrags- und Genehmigungsverfahren für GST effizient, effektiv und modern zu gestalten. Auf Grundlage der Studienergebnisse wurden abschließend weitere, bereichsübergreifende Handlungsempfehlungen abgeleitet, akteursbezogen zugeordnet und kritisch gewürdigt.

Die Publikation ist in Zusammenarbeit mit den Partnern der Donau Universität Krems, des Potsdam eGovernment Competence Center (IfG.CC) und der Technischen Universität München entstanden. Die Untersuchung wurde durch Unterstützung des ISPRAT e.V. möglich.