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Max Lautenschläger / Fraunhofer FOKUS

eGovernment-Newsletter 2/2016

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt also "Privacy Shield". Es stimmt wenig hoffnungsvoll, was dieser Tage vom Versuch zu hören ist, dem vom EuGH gekippten Datenschutz-Abkommen zwischen der EU und den USA mit dem euphemistischen Namen „Safe Harbor“ eine glaubwürdige neue Vereinbarung nachfolgen zu lassen. Viele Bürgerrechtler und Datenschützer sind unzufrieden und selbst bei den Verbänden der IKT-Industrie lesen sich die Stellungnahmen bestenfalls vage optimistisch.

Es ist grundsätzlich zweifelhaft, inwieweit der Datenhunger von Unternehmen, die daran sehr gut verdienen, und die Neugierde staatlicher Sicherheitsorgane vertraglich einzudämmen sind. Wenn man sich schon den Anschein gibt, es ernst zu meinen, wäre dann nicht ein transparentes Vorgehen bei der Formulierung eines Abkommens sinnvoll, um Vorbehalte frühzeitig zu erkennen und auszuräumen? In dem Wissen, dass der Wolf auf diplomatischem Wege ohnehin nicht zum Veganismus zu bewegen ist, scheint das aktuelle Verfahren aber eher dem Prinzip „Hauptsache: Vertrag“ zu folgen. Ob Ansprüche dann im konkreten Schadensfall tatsächlich durchsetzbar wären, steht bereits auf einem anderen Blatt.

Wirksamen Datenschutz sucht man vor diesem Hintergrund besser in technischen und organisatorischen Lösungen wie Privacy by Design oder Privacy by Default. Als vertrauensbildende Maßnahme versuchen beispielsweise US-Unternehmen die Daten ihrer europäischen Kunden vor dem Zugriff der US-Geheimdienste zu schützen, indem sie nationale Cloud-Anbieter als Datentreuhänder einsetzen. Und das ist längst nicht das einzige Beispiel. Mit Edge-Clouds, die datenschutzkritische Informationen dezentral verarbeiten, Verschlüsselungstechnologien und datenschützenden Browsern gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um by Design den unbefugten Zugriff auf eigene Daten zu erschweren. Einen absoluten Schutz für unsere Daten bieten sie zwar auch nicht, aber mehr als „Safe Harbor“ und „Privacy Shield“ allemal.

Großprojekt "e-SENS" steuert auf die Zielgerade

Wie können EU-Bürger grenzübergreifend Bürgerdienste nutzen? Seit 2013 arbeitet das EU-Großprojekt e-SENS daran, diesen Zugang zu öffentlichen Diensten durch interoperable IT-Lösungen zu verbessern. Entstanden sind Bausteine und Basiskomponenten für den Dokumentenaustausch und die grenzüberschreitende Nutzung elektronischer Identitäten und Signaturen. In einem Piloten soll nun am Beispiel der Gewerbeanmeldung die Anbindung von De-Mail an vergleichbare Zustelldienste in Frankreich und Österreich getestet werden.

Mehr Informationen zu e-SENS gibt es unter: www.esens.eu.

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Christian Welzel (Mail)

Ergonomie-Begutachtung der E-Akte Justiz in Baden-Württemberg

Im Rahmen des „eJustice-Programms“ des Justizministeriums Baden-Württemberg wird die E-Akte-Software entwickelt. Fraunhofer FOKUS begleitet die Entwicklung der E-Akte Justiz, die auf der VIS-Suite der PDV-Systeme GmbH aufbaut, unter softwareergonomischen Gesichtspunkten. Hierzu wird eine Kombination aus heuristischer Evaluation durch Usability-Experten und der Methode „Thinking Aloud“ durch künftige Nutzer angewendet. Eine erste Besichtigung des Arbeitsplatzlabors in Stuttgart fand zu Beginn des Jahres statt.

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Stefanie Hecht (Mail)

FOKUS unterstützt Vorbereitung zur Einführung der E-Akte im Rhein-Sieg-Kreis

Der Rhein-Sieg-Kreis konzipiert derzeit die Einführung einer elektronischen Akte und einer digitalen Langzeitarchivierung. Gemeinsam mit der City&Bits GmbH unterstützt Fraunhofer FOKUS die Konzeptionsphase als wissenschaftlicher Partner. Diese Aufgabe umfasst eine ganzheitliche Betrachtung von politisch-strategischen, organisatorischen und technischen Aspekten, die konkrete Konzeption für spezifische Fachbereiche sowie die Erstellung einer umfassenden Roadmap als Planungsgrundlage.

Weitere Informationen zum Schaufenster E-Akte:
www.fokus.fraunhofer.de/de/dps/eakte

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Michael Tschichholz (Mail)

E-Goverment-Roadmap in Bestzeit: Details zum Vorgehen im Kreis Bergstraße veröffentlicht

Nur 5 Monate von der Konstitution der Stabsstelle E-Government bis zum Beschluss der E-Government-Roadmap. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „eGov-Präsenz“ erläutern die Beteiligten den Weg zur beschlussreifen Roadmap im Landkreis Bergstraße und wie im „Gegenstromverfahren“ die Kreisleitung, die Fachabteilungen ebenso wie alle Interessenvertreter in den Definitionsprozess eingebunden wurden. Die Roadmap wurde mit wissenschaftlicher Begleitung von Fraunhofer FOKUS erstellt.

Den Erfahrungsbericht finden Sie auf den Webseiten der „eGov-Präsenz“: www.wirtschaft.bfh.ch

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Petra Steffens (Mail)

Zum Nachhören: Talkrunde zu eGov-Handlungsfeldern

Wo sind die dringendsten Handlungsfelder im eGovernment? Auf Einladung der Konrad Adenauer Stiftung diskutierten am 11. Februar Beate Lohmann (BMI), Lena-Sophie Müller (D21) und Dr. Kay Ruge (Deutscher Landkreistag) gemeinsam mit Dr. Matthias Flügge (Fraunhofer FOKUS) unter dem Titel "Bürger online - Verwaltung offline?" den aktuellen Handlungsbedarf beim eGovernment.

Einen Veranstaltungsbericht und die gesamte Podiumsdiskussion als Audiomitschnitt finden Sie auf den Seiten der Konrad Adenauer Stiftung unter
http://www.kas.de/wf/de/33.44191

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Matthias Flügge (Mail)

Erster Prototyp der EAGLE-Wissensplattform evaluiert

Fachliche Weiterbildung ist für Verwaltungsmitarbeiter im ländlichen Raum oft beschwerlich, da sie kaum für längere Zeit entbehrlich sind und sich zudem der Erfahrungsaustausch mit Kollegen in anderen Behörden oft schwierig gestaltet. Das Projekt EAGLE entwickelt eine Lern- und Wissensplattform für ländliche Gemeinden, um den Erwerb und den Austausch von Wissen in und zwischen Verwaltungen zu vereinfachen. Nach erster Evaluierung im vergangenen Jahr in vier europäischen Ländern ist der zweite Prototyp der Plattform fast fertiggestellt und kann ab Ende März im eGovernment-Labor besichtigt werden.

Weitere Informationen zum Projekt EAGLE:
www.fokus.fraunhofer.de/de/dps/projekte/eagle

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Petra Steffens (Mail)

AppHub: Der Marktplatz für Open Source in Europa

Open Source-Software läuft oft Gefahr vom Markt umgangen und schließlich vergessen zu werden, da bei der Entwicklung eine mögliche Weiterverwendung nicht beachtet wird. Im Projekt AppHub wurde deswegen ein Marktplatz entwickelt, auf dem Open Source-Projekte ihre Software anderen zur Verfügung stellen können. Anwender können die Software dabei zunächst in einer Cloud-Infrastruktur testen und so eine möglicherweise umständliche Installation umgehen. Auf dem ersten AppHub SQuAT Fest im Januar lernten Entwickler, wie sie die Plattform nutzen und die Qualität ihrer Software steigern können.

Das nächste AppHub SQuAT Fest findet parallel zu Net Futures am 20.-21. April 2016 in Brüssel statt.

Weitere Informationen: www.apphub.eu.com

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Peter Deussen (Mail)

Neuprojekt Data4Water unterstützt Wasser-Ressourcen-Management

Im Wasser-Management fehlen bisher vielfach noch Methoden, Werkzeuge und Daten für eine interdisziplinäre Forschungsarbeit. Das Projekt „Data4Water - Excellence in Smart Data and Services for Supporting Water Management“ soll diese Forschung nun voranbringen und Ergebnisse für andere Interessengruppen verfügbar machen. Dabei kooperiert Fraunhofer FOKUS mit der Polytechnischen Universität Bukarest und schult die Wissenschaftler in der Arbeit mit Daten, um diese besser in das europäische Forschungsfeld einzubinden.

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Yury Glikman (Mail)

One-Stop-Bürgerdienste für Kairo

Ägypten macht große Schritte in Richtung einer modernen öffentlichen Verwaltung. Gefördert durch die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) begleitet Fraunhofer FOKUS als wissenschaftlicher Partner derzeit die Erstellung einer Government Service-Map für Bürgerdienste. In dem Projekt soll zudem der Aufbau von One-Stop-Government-Lösungen für die 20-Millionen-Metropole Kairo vorangetrieben werden.

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Michael Tschichholz (Mail)

LinDA besteht letzten Review mit Erfolg

Mit der Hilfe von Linked Data können Unternehmen ihre Daten intelligent verknüpfen und analysieren, um daraus neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Im Projekt LinDA entstanden verschiedene Werkzeuge, mit denen sich Unternehmensdaten in maschinenlesbare Form umwandeln, untereinander verknüpfen und mit anderen öffentlichen Daten analysieren und visualisieren lassen. LinDA bestand im Januar nun erfolgreich den letzten Review in Luxemburg und stellt die entwickelten Tools auf der LinDA Workbench zur Verfügung.

Mehr Informationen zu LinDA finden Sie auf: www.linda-project.eu

Die Tools aus dem Projekt stehen auf der LinDA Workbench zur Verfügung: http://linda.epu.ntua.gr/

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Andreas Schramm (Mail)

eGovernment-Labor-Partner beraten über Zukunftsthemen

Was sind die eGovernment-Themen 2016? Zum Jahresabschluss am 1. Dezember trafen sich Vertreter der beinahe 80 Partner des FOKUS eGovernment-Labors, das Advisory Board, um über die Aktivitäten des Gremiums für das kommende Jahr zu sprechen. Im Zentrum der Diskussion standen die Service-Konten für Unternehmen als Schnittstelle zur Verwaltung und das Thema Public IoT.

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Roman Konzack (Mail)

ÖFIT-Atlas: Die Welt mit anderen Augen sehen

Digitalisierung formt die Welt neu. Globale Kommunikation, neue Beteiligungsformen, technologische Grundlagen und wirtschaftliche Dynamiken - dies alles bleibt nicht ohne Wirkung auf die Wahrnehmung des Raums. Der ÖFIT-Atlas der Digitalisierung nimmt sich der Herausforderung an, die tiefgreifende Transformation darzustellen. Zunächst seltsam verzerrt wirkende Weltkarten zeigen die konkreten Ausprägungen der Digitalisierung.

Lesen Sie dazu die Publikation unter www.oeffentliche-it.de/publikationen und nutzen Sie das interaktive Werkzeug unter www.oeffentliche-it.de/atlas.

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Florian Weigand (Mail)

Trendblatt: Denkende Maschinen

Künstliche Intelligenz ermöglicht die nächste Stufe der Effizienzsteigerung und Steuerung komplexer Prozesse unserer digitalisierten Gesellschaft. Durch die Verfügbarkeit großer Datensammlungen ist das Thema aktueller denn je, und es birgt offene Fragen und Gefahren. Mit welchen Mechanismen und Auswirkungen werden wir in Zukunft tatsächlich konfrontiert? Insbesondere das maschinelle Lernen und der Aufbau von „Wissen“ machen den Unterschied. Und hier besteht noch Handlungsbedarf, die Technik und deren Einsatz zu gestalten.

Die ÖFIT-Trendschau „Denkende Maschinen“ steht unter dem folgenden Link zum Download zur Verfügung:
www.oeffentliche-it.de/trend-themensammlung

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Jens Tiemann (Mail)

Trendthema: Werbeblocker

Werbeblocker, kleine Programme zur Unterdrückung von Onlinewerbung, greifen das führende Geschäftsmodell im Internet an und liegen weiterhin auf Erfolgskurs. Aber welche Effekte hat das Blockieren von Werbung auf Webseitenbetreiber und Online-Angebote? Und was sind die Alternativen zum heute dominierenden Geschäftsmodell der Werbefinanzierung? Die Einsätze aller Beteiligten sind hoch – und die Phase der Innovation und des Umbruchs hat gerade erst begonnen.

Die ÖFIT-Trendschau „Werbeblocker“ steht unter dem folgenden Link zum Download zur Verfügung: www.oeffentliche-it.de/documents/10181/15876/Werbeblocker

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Nicole Opiela (Mail)

Letzte Chance zur Anmeldung zum Symposium Predictive Analytics

Heute schon wissen, was morgen passiert: Mit IT-gestützten Verfahren, die ihre prognostischen Ergebnisse aus Schlussfolgerungen analysierter Daten beziehen, ist genau das möglich. Beim Symposium „Predictive Analytics“ am 25. Februar 2016 möchten FOKUS, die Cyber-Akademie und der Behördenspiegel einen Dialog über mögliche Einsatzfelder von Big Data und Data Analytics anstoßen. Interessierten Vertretern der öffentlichen Verwaltung wird ein breites Spektrum an Erfahrungsberichten aus unterschiedlichsten Themenfeldern wie Industrie, Marketing, Versicherungswirtschaft u.v.m. geboten. Partner des eGovernment-Labors erhalten einen Rabatt auf die Teilnahmegebühr.

Anmeldung und weitere Infos:
www.fokus.fraunhofer.de/go/predictive-analytics-2015


Veranstaltungen im Überblick

Symposium "Predictive Analytics"
25. Februar 2016, Berlin (Info)

CeBIT 2016
14.-18. März 2016, Hannover (Info)

Zukunftskongress Migration & Integration
16. März 2016, Berlin (Info)

Kommune 2.0-Länderkonferenz "Der sächsische Weg"
5. April 2016, Berlin (Info)

dbb-Kongress neue Verwaltung
28./29. April 2016, Bonn (Info)

Effizienter Staat
10./11. Mai 2016, Berlin (Info)

Fachkonferenz: "Bürgernahe Sicherheit für Städte und Gemeinden"
9. Juni 2016, Berlin (Info)

Zukunftskongress Staat & Verwaltung
21./22. Juni 2016, Berlin (Info)