Konferenz mit Publikum
Mi., 07. Dez. 2016 , Smart Data Forum/ CINIQ Center

Qualitätssicherung für das Internet der Dinge

Vernetzte Systeme arbeiten mittlerweile über das Internet der Dinge zusammen und Kleinstcomputer unterstützen uns nahezu unbemerkt in unserem Alltag. Dabei kommt es jedoch immer darauf an, dass solche vernetzten Systeme ausfallsicher funktionieren und insbesondere auch gegen Angriffe geschützt sind. Besondere Herausforderungen bei der Qualitätssicherung ergeben sich durch den heterogenen Charakter solcher Systeme: Sie werden oftmals auf Basis verschiedener Standards entwickelt und basieren auf unterschiedlichen Technologien. Dennoch sollen sie als ein vernetztes System zusammenarbeiten.

Auf dem ASQF Quality Day 2016 – einer gemeinsamen Veranstaltung von Fraunhofer FOKUS und dem ASQF e. V. – treffen sich Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Behörden, um sich zum Thema Qualitätssicherung auszutauschen. In diesem Jahr liegt der Fokus der Veranstaltung auf dem Thema „Qualitätssicherung für das Internet der Dinge“. 


Programm

07.12.2016

09:00 Anmeldung, Registrierung, Kaffee
09:30 Begrüßung und Eröffnung:
ASQF (Dr. Armin Metzger) & Fraunhofer FOKUS (Prof. Ina Schieferdecker)
09:40 Keynote „Im Testen nichts Neues“, Dr. Andrej Pietschker (Giesecke & Devrient GmbH)

Abstract:
Der Vortrag nimmt die Zuhörer mit auf eine persönliche Zeitreise und schlägt dabei die Brücke zwischen den Veränderungen der letzten 20 Jahre und der Zukunft in der Testautomatisierung. Es geht um Ansätze der Testautomatisierung, Erfahrungen aus der Testberatung, neue Entwicklungen in den Themen der Testautomatisierung für Sicherheitsanforderungen und um einen kleinen Ausblick in die zukünftigen Herausforderungen im Test, insbesondere im IoT Umfeld.

Vita:
Andrej Pietschker hat seinen Doktor an der Newcastle University in Computing Science erworben. Er ist Leiter des Automatisierungslabors bei Giesecke & Devrient, verantwortlich für alle Aspekte der Automatisierung einschließlich automatisierter Tests. Zuvor arbeitete er viele Jahre als Principal Consultant für die Corporate Technology bei Siemens im Bereich Software Quality und Testing. Er ist Mitverfasser mehrerer Zeitschriften- und Konferenzbeiträge und ist regelmäßiger Referent bei nationalen und internationalen Konferenzen. Er ist Sprecher der Gruppe Test, Analyse und Verifikation innerhalb der Gesellschaft für Informatik und Mitglied des Lenkungsausschusses der UCAAT.
10:20 tbd.
10:50 Pause und Networking
11:20 „ASQF IoT Quality Engineering AG“
Dr. Armin Metzger (ASQF e. V.)
11:50 "Erfahrungen mit der Einführung vom Modellbasierter Testspezifikation, Implementierung und Generierung bei einem deutschen Automotive OEM“
Mathias Helminger (Berner & Mattner Systemtechnik GmbH)

Abstract:
Modellbasiertes Testen (MBT) ist als anerkannter Ansatz zur Verbesserung von Test-Qualität und Abdeckung bekannt. Gerade bei großen Integrationstests ist die Generierung der "richtigen" Testfälle als sehr schwieriges Problem bekannt, da klassische Kriterien wie Code-Abdeckung auf dieser Ebene schwer anwendbar sein können. Weiterhin kann - gerade bei komplexen Integrationen aus Automotive, IoT, usw. - die Testfalldurchführung sehr teuer sein. Dies führt zu dem Wunsch, die Testfallauswahl präzise kontrollieren zu können. Dieser scheinbare Widerspruch von manueller Kontrolle und dem hochautomatisiertem MBT-Ansatz stellte das Umfeld für ein vor mehreren Jahren gestartetes Projekt, mit dem Ziel, Integrationstests bei einem Automobil OEM zu verbessern. Da Modelle für MBT selbst beliebig komplex werden können, war ein zentraler Gesichtspunkt die Wart- und Verstehbarkeit der Modelle, auch dann noch, wenn die Anwender komplexe Vorgaben für die Testfallgenerierung machen wollten. Zu diesem Zweck wurde basierend auf einer bestehenden Engine eine Integration mit mehreren Systemen für Test-Spezifikation und Ausführung erstellt. Die dabei zahlreichen, zusammen mit den Anwendern, gelernten Lektionen haben unsere Sicht auf MBT entscheident geprägt. Insbesondere betraf dies das Spannungsfeld von einfacher vs. mächtiger Modellierungsart und der sinnvollen Auswahl von Tests.

Vita:
Seit 2015 bei Berner & Mattner Systemtechnik GmbH zunächst als Entwickler und später Technical-Lead für die Produktentwicklung von MODICA tätig. Mathias Helminger hat seinen MSc Informatik an der TUM 2014 im Themengebiet kooperatives Echtzeit-scheduling in Zusammenarbeit mit Berner & Mattner erworben. Davor Werkstudent im Bereich Testautomatisierung bei BMW.
12:20 Lightning Talks für Aussteller/ Sponsoren
12:40 Mittagspause
14:00 „(Un-) Sicherheit der Dinge - Chaos in Energienetzen?“
Thomas Haase (T-Systems Multimedia Solutions GmbH)
14:30 „IoT - Neue Herausforderungen im Software-Test"
Ralf Mack (Atos Information Technology GmbH)

Abstract:
Mit einem hoch-vernetzen Internet der Dinge treffen zum einen Herausforderungen aus unterschiedlichen Disziplinen aufeinander und zum anderen entstehen durch die Vernetzung neue Chancen und Risiken. Aufbauend auf einem kurzen Überblick der IoT Wertschöpfungskette, der Gegenüberstellung von klassischer IT zu IoT und Praxisbeispielen werden die besonderen Anforderungen an die Aspekte Integration und Interoperabilität, Wartbarkeit, Usability und Sicherheit beleuchtet und verständlich gemacht. Der Zuhörer enthält dadurch Hinweise worauf beim Test von IoT besonders zu achten ist.

Vita:
Ralf Mack ist Principal Test Consultant bei Atos Testing Services Deutschland. Er berät neue und bestehende Kunden zum Thema SW Test und unterstützt die Weiterentwicklung des Testing Portfolios von Atos u. a. auch im Bereich IoT. In den letzten 20 Jahren hat er unterschiedliche Rollen auf dem Gebiet SW-Entwicklung, Test und Qualitätssicherung bei verschiedenen IT-Dienstleistern und in verschiedene Branchen wie Automobil, Telekommunikation und Energie ausgeübt. Er ist Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik.

15:00 „IoT-Testlab“
Dr. Tom Ritter (Fraunhofer FOKUS)

Abstract:
Die Fraunhofer-Institute FOKUS und IPK arbeiten mit Partnern aus der Industrie am Aufbau eines IoT-Testlabs, das der Wirtschaft und Industrie offen steht: Das jetzt gestartete Projekt IoT-T konzentriert sich zunächst auf praktische Szenarien der AUDI AG und der relayr GmbH. Im Mittelpunkt stehen dabei im ersten Anwendungsfall die Entwicklungen eines sogenannten Shopfloor-Systems für die Automobilproduktion und in einem zweiten Anwendungsfall ein System unter Einbeziehung von Gateways und einer zentralen Steuerung in der Cloud.

Vita:
Dr. Tom Ritter studierte an der Technischen Universität Berlin Informatik und promovierte 2011 an der Humboldt-Universität zu Modellierung von Dienstgüteeigenschaften komponentenorientierter Systeme. Seit 1998 arbeitet er am Fraunhofer Institut FOKUS in den Bereichen Werkzeugentwicklung und verteilte Systeme. Seit 2006 leitet er dort die Forschungsgruppe "Modellgetriebene Entwicklung", ist ab 2010 stellvertretender Leiter Kompetenzzentrums MOTION und seit Dezember 2013 Leiter des neuen Kompetenzzentrums "System Quality Center" (SQC).
15:30
Pause & Networking
16:00„IoT in der Praxis: Herausforderungen und Lösungen im Feld“
Yannick Bollhorst (relayr GmbH)
16:30
„Wenn Maschinen melden, wenn sie kaputtgehen – Open Source in der Industrie 4.0“
Dr. Miron Kropp (akquinet tech@spree GmbH)

Abstract:
Im Zeitalter von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist es immer noch nicht selbstverständlich, dass wir zuverlässig Daten und Informationen vom Maschinen bekommen. Für zuverlässige Informationen muss unter anderem die softwareseitige Infrastruktur zuverlässig sein und gut skalieren. Der Vortrag zeigt, wie eine solche Infrastruktur mit Open Source Software und Frameworks realisiert werden kann. Außerdem geht der Vortrag auf mögliche Herausforderungen ein, um Zuverlässigkeit und Qualität zu gewährleisten.

Vita:
Miron Kropp hat Physik an der TU-Berlin studiert, bevor er bei SIEMENS in Princeton, NY im Bereich Software Entwicklung arbeitete. Im Anschluß hat er seine Promotion im Bereich Sensoren und Halbleiterentwicklung am IMSAS in Bremen abgeschlossen, um darauf als Projektmanager für Automatisierungstechnik bei BIOTRONIK SE & Co. KG zu arbeiten. Im Anschluss half er als CTO zweier Startups die ersten Wachstumsschmerzen zu überwinden bevor er seine jetzige Position als Arbeitskreisleiter für Industrie 4.0 bei akquinet tech@spree GmbH angenommen hat.
17:00 „Quality Software for the Internet of Things: RIOT and the Need for IoT Software Platforms“
Dr. Emmanuel Bacelli (INRIA / FU Berlin)

Abstract:
The availability of a free, open-source, community-driven software platform such as Linux was (and still is) crucial for the Internet. In the Internet of Things, an equivalent operating system is needed to accelerate innovation, which is anticipated to massively leverage heterogeneous communicating objects too constrained in resources (CPU, memory, energy) to run traditional platforms such as Linux -- or derivatives such as Android. This talk will introduce RIOT (www.riot-os.org), an open-source operating system which fits IoT devices' constrains while offering end-to end open source and IP connectivity with the functionalities of a full-fledged OS, thus offering a solid base for IoT software ecosystem.

Vita:
Emmanuel Baccelli is a researcher at Inria, and guest professor at Freie Universität Berlin. His main research interests involve Internet of Things, spontaneous wireless networks, design and analysis of network protocols and algorithms, as well as open-source communities. Emmanuel Baccelli contributes continuously in standardization efforts within the Internet Engineering Task Force (IETF), has authored or co-authored dozens of research papers in the field's top ACM and IEEE conferences and journals, as well as a number of RFCs. He is a co-founder and coordinator of the open source community developing the RIOT operating system. For more info see www.emmanuelbaccelli.org

17:30Get Together

Weiterführende Links: