Spatial AV

01. März 2012 bis 30. Sept. 2014

Intelligentes modulares multi-sensorisches Aufnahme- und Produktionssystem für immersive audiovisuelle Medien

Die Produktion hochwertiger Spielfilme, insbesondere in 3-D, ist ein aufwändiges und kostspieliges Unterfangen. Daher entwickeln die vier Fraunhofer-Institute der Fraunhofer-Allianz Digital Cinema im Projekt „SpatialAV“ Lösungen, mit denen hochwertiger 3-D-Content erzeugt und gleichzeitig die technischen Produktionskosten gering gehalten werden können. Durch die Verwendung von intelligenten und vernetzten Kameras, von Mikrofonarrays sowie zusätzlichen Sensoren wie zum Beispiel Positions-, Inertial- oder Tiefensensoren soll das System selbsttätig Aufnahmeparameter korrigieren, zusätzliche Hilfsdaten für die Postproduktion liefern und so für eine Vielzahl von unterschiedlichen Produktions- und Wiedergabeszenarien nutzbar sein.

Der Schwerpunkt von Fraunhofer FOKUS liegt auf der Entwicklung von einzelnen Komponenten für eine Kamera, die Kuppelvideos erzeugen kann. In digitalen Planetarien und auch Themenparks werden 2-, vereinzelt sogar 3-D-Kuppelvideos gezeigt. Der Content ist dabei größtenteils computergeneriert, da es bisher keine zufriedenstellenden Kameralösungen gibt. Aufgrund des erheblich größeren Sichtbereiches, 360 Grad im Vergleich zu etwa 35 Grad bei Kinoproduktionen, ist eine wesentlich größere Auflösung erforderlich. Herkömmliche HD Kameras mit 2K-Auflösung können diese Anforderung nicht erfüllen, ebenso wie 4K-Kameras mit Fisheye-Objektiven.

Fraunhofer FOKUS entwickelt mit den Partnern Lösungen für Kuppelkameras, die sowohl Fulldome-Videos (360 Grad x 180 Grad) als auch gesamtsphärische Videos (360 Grad x 360 Grad) mit einer Auflösung von 4K x 4K bzw. 8K x 8K erzeugen sollen. Das Aufnahmesystem kann dabei aus einer Kamera bestehen oder aus einem Kamera-Cluster, das aus verschiedenen Entfernungen den Inhalt aufnimmt. Die Software der Forscher von Fraunhofer FOKUS wird für für eine automatische Kamerakalibrierung sorgen: Sie setzt die Einzelaufnahmen nahtlos aneinander (Stitching), korrigiert Geometrie-, Farb- und Helligkeitsunterschiede und passt das Bildformat an (Cropping), so dass ein homogenes Bild entsteht.

Förderung:

Das Projekt wird im Rahmen des Fraunhofer-internen Programms „Wissenschaftsorientierte Strategische Allianzen“ (WISA) gefördert.