Ansprechpartner
Ilja Radusch
Dr.-Ing. Ilja Radusch
Leiter
Geschäftsbereich ASCT
+49 30 3463-7474

SAFARI

Sicheres automatisiertes und vernetztes Fahren mit selbstaktualisierenden Karten im Testfeld Berlin-Reinickendorf

01. Juni 2017 bis 30. Juni 2019

Zielsetzung

Das Forschungsprojekt SAFARI untersucht den Austausch und die Aktualisierung digitaler Karten als Grundvoraussetzung für das automatisierte und vernetzte Fahren. Im Bezirk Reinickendorf werden mit hochgenauen Karten, moderner Infrastruktur und einer hohen Vernetzung drei grundlegende Technologien unter realen Bedingungen entwickelt und getestet: Sensorisches Umweltverständnis und Lokalisierung, kommunizierende Straßeninfrastruktur und sich selbstaktualisierende HD-Karten.

Digitales Verkehrsmanagement

Hochgenaue digitale Karten sind Voraussetzung für die Digitalisierung der Mobilität. Für die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sind diese schon jetzt eine unerlässliche Arbeitsgrundlage. Ebenfalls seit Jahren erforschen Berliner Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen die Grundlagen für das automatisierte und vernetzte Fahren. Eine der wichtigsten Grundlagen für die Sicht und Umsicht der Fahrzeuge im Straßenverkehr ist dabei die Aktualisierung der digitalen Kartenbasis in Echtzeit. Und das sind nicht die einzigen Überschneidungspunkte zwischen einer modernen Stadt und hochautomatisierten Fahrzeugen. Die Vernetzung zwischen Infrastruktur und den vernetzten Fahrzeugen bietet auch viele Chancen für eine effizientere und sichere Regelung des Verkehrs.

Was sehen die Fahrzeuge?

SAFARI setzt sowohl Forschungsfahrzeuge als auch mit heutiger serienreifer Technik ausgerüstete Fahrzeuge ein und untersucht auch den Einsatz von Smartphones für die kostengünstige Datenerfassung. In den Forschungsfahrzeugen sind spezielle LIDAR-Sensoren integriert, welche mit Laserstrahlen die Straße und Umgebung hochgenau abtasten. Die dabei erhobenen riesigen Datenmengen können dank moderner Kommunikationstechnologien ohne Verzögerung zur Verarbeitung in die Cloud geschickt werden. Dabei werden die Daten so anonymisiert, dass keine individuellen Bewegungsprofile abgeleitet werden können.

Karten aktualisieren

Es gilt auf Basis der jeweiligen erfassten Daten, Änderungen im Straßenraum und Fahrtrajektorien der Fahrzeuge zu erfassen, zu verarbeiten und in dynamischen Karten zu speichern, um sie anschließend an andere Fahrzeuge zurückspielen zu können. Dieses konstante Feedback erlaubt eine stetige Selbstaktualisierung des Kartenmaterials. Dabei fallen dann Informationen über freie Parkplätze am Straßenrand oder die Überprüfung einer kurzfristig eingerichteten Baustelle fast nebenbei ab.

Ampeln erkennen/ Umfeld verstehen

Auf Basis der hochgenauen Karten können sich die Fahrzeuge auf der Straße exakt verorten. Klassische GNSS-basierte Systeme allein haben gerade nach Brückendurchfahrten oder Straßenschluchten große Positionierungsfehler von über 10m. Damit würde das Fahrzeug auf der Kreuzung und nicht an der Ampel halten. SAFARI bringt Karteninformationen – „hier sollte eine Ampel stehen“ – mit vernetzter Straßeninfrastruktur – „Ampel schaltet in 7s auf grün“ – und der Fahrzeugsensorik zusammen und ermöglicht so eine sichere und komfortable automatisierte Fahrt ganz ohne hektische Bremsmanöver.

Weiterführende Links:
Dieses Bild hat keinen alternativen Text.
| @Fraunhofer FOKUS