Quo vadis, neuer Personalausweis?

News vom 31. Okt. 2013

Der neue Personalausweis feiert im November 2013 seinen dritten Geburtstag. Aus diesem Anlass veröffentlicht das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) die Expertise „Lessons Learned – 3 Jahre Online-Ausweisfunktion“.

Im November 2010 wurde der neue Personalausweis (nPA) mit integrierter Online-Ausweisfunktion in Deutschland eingeführt. Die öffentliche Verwaltung hat seit seiner Einführung über 24 Mio. neue Personalausweise ausgegeben. Hinzukommen weitere 2,3 Mio. elektronische Aufenthaltstitel (eAT). Die Aktivierung der Online-Ausweisfunktion liegt mit einer Aktivierungsquote von rund 28 % trotzdem unter den Erwartungen.

Lessons Learned: Erkenntnisse aus drei Jahren Online-Ausweisfunktion
Mit der Veröffentlichung „Lessons Learned – 3 Jahre Online-Ausweisfunktion“ aus der Reihe „ÖFIT-Expertise“ reflektiert ÖFIT die Einführung des neuen Personalausweises bezogen auf die Online-Ausweisfunktion. Zu den wichtigsten Erkenntnissen zählen unter anderem die folgenden Aspekte:

  • Nutzergerechte Motivation und Aufklärung aller Akteure (Bürger, Kommunen, Mitarbeiter in Personalausweisbehörden, Diensteanbieter aus der Wirtschaft),
  • Frühzeitige gesetzliche Anpassung mit zeitlichem Spielraum bei der Einführung neuer elektronischer Funktionen in Verwaltungsprozessen,
  • Aktuelle Technologieentwicklungen und frühzeitige Integration neuer technischer Trends,
  • AusweisApp als quelloffene und nutzerfreundliche Software,
  • Konstruktiver Umgang mit Unzufriedenheit während des Nutzungs- und Einführungsprozesses,
  • Einfache Testmöglichkeiten für Bürger und unabhängige Entwickler.


Zukünftige Herausforderungen für die Etablierung der Online-Ausweisfunktion
Als zukünftige Herausforderungen benennt das Kompetenzzentrum Öffentliche IT den Aufbau einer übergreifenden Koordinierungs- und Beratungsstelle für konsolidierte Planungs- und Weiterentwicklungsaktivitäten. Auch könne die Einführung von temporären und permanenten Bürgerkonten maßgeblich elektronische Dienstleistungen der Verwaltung für den Bürger vereinfachen. Hierbei wird auch die Einbindung der EU-Bürger bspw. über eine Unionsbürgerkarte empfohlen. Des Weiteren seien die Einführung von Verschlüsselungszertifikaten für eine vertrauliche Kommunikation sowie die Kombination des neuen Personalausweises mit zusätzlichen Identitätsattributen (z. B. Firmenzugehörigkeit, Bankdaten) Optionen, die man evaluieren sollte.